Mariandber Elegie - Johan Wolfgang von Göethe
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Tema: Mariandber Elegie - Johan Wolfgang von Göethe

  1. #1
    Domaćin Dont_Break_The_Oath (avatar)
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    16.12.2003.
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    Podrazumevano Mariandber Elegie - Johan Wolfgang von Göethe

    Und wenn der Mensch in seiner Qual verstummt.
    Gab mir ein Gott zu sagen, was ich leide.

    Was soll ich nun vom Wiedersehen hoffen,
    Von dieses Tages noch geschlosner Blute?
    Das Paradies, die Holle steht dir offen;
    Wie wankelsinnig regt sich's im Gemüte! -
    Kein Zweifeln mehr! Sie tritt ans Himmelstor,
    Zu ihren Armen hebt sie dich empor.

    So warst du denn im Paradies empfangen,
    Als wärst du wert des ewig schönen Lebens;
    Dir blieb kein Wunsch, kein Hoffen, kein Verlangen,
    Hier war das Ziel des innigsten Bestrebens,
    Und in dem Anschaun dieses einzig Schönen
    Versiegte gleich der Quell sehnsuchtiger Tränen.

    Wie regte nicht der Tag die raschen Flügel,
    Schien die Minuten vor sich her zu treiben!
    Der Abendkus, ein treu verbindlich Siegel:
    So wird es auch der nachsten Sonne bleiben.
    Die Stunden glichen sich in zartem Wandern
    Wie Schwestern zwar, doch keine ganz den andern.

    Der Kuß, der letzte, grausam süß, zerschneidend
    Ein herrliches Geflecht verschlungner Minnen.
    Nun eilt, nun stockt der Fuß, die Schwelle meidend,
    Als trieb' ein Cherub flammend ihn von hinnen;
    Das Auge starrt auf dustrem Pfad verdrossen,
    Es blickt zurück, die Pforte steht verschlossen.

    Und nun verschlossen in sich selbst, als hätte
    Dies Herz sich nie geöffnet, selige Stunden
    Mit jedem Stern des Himmels um die Wette
    An ihrer Seite leuchtend nicht empfunden;
    Und Mißmut, Reue, Vorwurf, Sorgenschwere
    Belasten's nun in schwuler Atmosphäre.

    Ist denn die Welt nicht übrig ? Felsenwände,
    Sind sie nicht mehr gekrönt von heiligen Schatten?
    Die Ernte, reift sie nicht? Ein grun Gelände,
    Zieht sich's nicht hin am Fluß durch Busch und Matten?
    Und wölbt sich nicht das überweltlich Große,
    Gestaltenreiche, bald Gestaltenlose?

    Wie leicht und zierlich, klar und zart gewoben
    Schwebt, seraphgleich, aus ernster Wolken Chor,
    Als glich' es ihr, am blauen Äther droben
    Ein schlank Gebild aus lichtem Duft empor;
    So sahst du sie in frohem Tanze walten,
    Die lieblichste der lieblichsten Gestalten.

    Doch nur Momente darfst dich unterwinden,
    Ein Luftgebild statt ihrer festzuhalten;
    Ins Herz zuruck! dort wirst du's besser finden,
    Dort regt sie sich in wechselnden Gestalten;
    Zu vielen bildet eine sich hinüber,
    So tausendfach, und immer immer lieber.

    Wie zum Empfang sie an den Pforten weilte
    Und mich von dannauf stufenweis beglückte;
    Selbst nach dem letzten Kuß mich noch ereilte,
    Den letztesten mir auf die Lippen drückte:
    So klar beweglich bleibt das Bild der Lieben
    Mit Flammenschrift ins treue Herz geschrieben.

    Ins Herz, das fest wie zinnenhohe Mauer
    Sich ihr bewahrt und sie in sich bewahret,
    Für sie sich freut an seiner eignen Dauer,
    Nur weiß von sich, wenn sie sich offenbaret,
    Sich freier fühlt in so geliebten Schranken
    Und nur noch schlägt, für alles ihr zu danken.

    War Fähigkeit zu lieben, war Bedürfen
    Von Gegenliebe weggelöscht, verschwunden,
    Ist Hoffnungslust zu freudigen Entwurfen,
    Entschlüssen, rascher Tat sogleich gefunden !
    Wenn Liebe je den Liebenden begeistet,
    Ward es an mir aufs lieblichste geleistet;

    Und zwar durch siel - Wie lag ein innres Bangen
    Auf Geist und Körper, unwillkommner Schwere:
    Von Schauerbildern rings der Blick umfangen
    Im wüsten Raum beklommner Herzensleere;
    Nun dämmert Hoffnung von bekannter Schwelle,
    Sie selbst erscheint in milder Sonnenhelle.

    Dem Frieden Gottes, welcher euch hienieden
    Mehr als Vernunft beseliget - wir lesen's -,
    Vergleich ich wohl der Liebe heitern Frieden
    In Gegenwart des allgeliebten Wesens;
    Da ruht das Herz, und nichts vermag zu stören
    Den tiefsten Sinn, den Sinn, ihr zu gehören.

    In unsers Busens Reine wogt ein Streben,
    Sich einem Höhern, Reinern, Unbekannten
    Aus Dankbarkeit freiwillig hinzugeben,
    Enträtselnd sich den ewig Ungenannten;
    Wir heißen's: fromm sein ! - Solcher seligen Hohe
    Fühl ich mich teilhaft, wenn ich vor ihr stehe.

    Vor ihrem Blick, wie vor der Sonne Walten,
    Vor ihrem Atem, wie vor Frühlingslüften,
    Zerschmilzt, so längst sich eisig starr gehalten,
    Der Selbstsinn tief in winterlichen Grüften;
    Kein Eigennutz, kein Eigenwille dauert,
    Vor ihrem Kommen sind sie weggeschauert.

    Es ist, als wenn sie sagte: Stund um Stunde
    Wird uns das Leben freundlich dargeboten,
    Das Gestrige ließ uns geringe Kunde,
    Das Morgende, zu wissen ist's verboten;
    Und wenn ich je mich vor dem Abend scheute,
    Die Sonne sank und sah noch, was mich freute.

    Drum tu wie ich und schaue, froh verständig,
    Dem Augenblick ins Auge ! Kein Verschieben !
    Begegn' ihm schnell, wohlwollend wie lebendig,
    Im Handeln sei's, zur Freude, sei's dem Lieben;
    Nur wo du bist, sei alles, immer kindlich,
    So bist du alles, bist unüberwindlich.

    Du hast gut reden, dacht ich, zum Geleite
    Gab dir ein Gott die Gunst des Augenblickes,
    Und jeder fühlt an deiner holden Seite
    Sich augenblicks den Günstling des Geschickes;
    Mich schreckt der Wink, von dir mich zu entfernen -
    Was hilft es mir, so hohe Weisheit lernen !

    Nun bin ich fern ! Der jetzigen Minute,
    Was ziemt denn der ? Ich wust es nicht zu sagen;
    Sie bietet mir zum Schönen manches Gute,
    Das lastet nur, ich muß mich ihm entschlagen;
    Mich treibt umher ein unbezwinglich Sehnen,
    Da bleibt kein Rat als grenzenlose Tränen.

    So quellt denn fort ! und fließet unaufhaltsam;
    Doch nie geläng's, die innre Glut zu dämpfen !
    Schon rast's und reißt in meiner Brust gewaltsam,
    Wo Tod und Leben grausend sich bekämpfen.
    Wohl Kräuter gäb's, des Körpers Qual zu stillen;
    Allein dem Geist fehlt's am Entschluß und Willen,

    Fehlt's am Begriff: wie sollt er sie vermissen?
    Er wiederholt ihr Bild zu tausend Malen.
    Das zaudert bald, bald wird es weggerissen,
    Undeutlich jetzt und jetzt im reinsten Strahlen;
    Wie könnte dies geringstem Troste frommen,
    Die Ebb und Flut, das Gehen wie das Kommen?

    Verlaßt mich hier, getreue Weggenossen !
    Laßt mich allein am Fels, in Moor und Moos;
    Nur immer zu ! euch ist die Welt erschlossen,
    Die Erde weit, der Himmel hehr und groß;
    Betrachtet, forscht, die Einzelheiten sammelt,
    Naturgeheimnis werde nachgestammelt.

    Mir ist das All, ich bin mir selbst verloren,
    Der ich noch erst den Göttern Liebling war;
    Sie prüften mich, verliehen mir Pandoren,
    So reich an Gütern, reicher an Gefahr;
    Sie drängten mich zum gabeseligen Munde,
    Sie trennen mich, und richten mich zugrunde.


    Weimar, Deutschland, 1829.
    Lokk dine øya å tænk, sommeren fall så fort, det virka så laingt oinna, eller va det i går, da tida itt betydd nokka.
    Og da du møtt din vinter, dansandes me hænnes døtra, te du trøitt og kaild vi e mytti smartar einn modi, du vente te imorra me å ring.



  2. #2
    Domaćin Dont_Break_The_Oath (avatar)
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    Podrazumevano Re: Mariandber Elegie - Johan Wolfgang von Göethe

    Ovo je najpotresnija i najlepsa ljubavna pesma ikada napisana.
    Stavio sam je ovde na nemackom, posto nekoliko prevoda koje sam imao prilike da vidim na srpskom nisu bas bili sasvim dostojni i nisu prikazivali na pravi nacin ovo delo.

    Ako neko od forumasa ima prevod na srpski koji je kvalitetan, neka postavi.
    Lokk dine øya å tænk, sommeren fall så fort, det virka så laingt oinna, eller va det i går, da tida itt betydd nokka.
    Og da du møtt din vinter, dansandes me hænnes døtra, te du trøitt og kaild vi e mytti smartar einn modi, du vente te imorra me å ring.

  3. #3
    Domaćin levrone (avatar)
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    Podrazumevano Re: Mariandber Elegie - Johan Wolfgang von Göethe

    Brate, samo ti stavi taj prevod na srpski,... bar na engleski!

  4. #4
    Domaćin Dont_Break_The_Oath (avatar)
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    Podrazumevano Re: Mariandber Elegie - Johan Wolfgang von Göethe

    jåj Levrone, svi prevodi na srpski su ocajni, a sam da prevodim pesmu, bilo bi mi potrebno mesec dana minimum.
    Lokk dine øya å tænk, sommeren fall så fort, det virka så laingt oinna, eller va det i går, da tida itt betydd nokka.
    Og da du møtt din vinter, dansandes me hænnes døtra, te du trøitt og kaild vi e mytti smartar einn modi, du vente te imorra me å ring.

  5. #5
    Poznat Truman (avatar)
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    01.01.2004.
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    Podrazumevano Re: Mariandber Elegie - Johan Wolfgang von Göethe

    Citat Original postavio Dont_Break_The_Oath
    jåj Levrone, svi prevodi na srpski su ocajni, a sam da prevodim pesmu, bilo bi mi potrebno mesec dana minimum.
    Ma daj taj los prevod! Ako je Bogoljub mogao da magistrira prevodeci materiju sa jezika koje ne razume mozemo i mi da cujemo prevod jedne pesme
    "Ne postoji stvaranje ni razaranje Ni sudbina ni slobodna volja; Ni staza ni postignuće; Ovo je konačna istina."
    Šri Ramana Maharši

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